Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann (1926 – 1973) hat ihre Leser fasziniert, sie war ein literarischer Popstar mit einer unverwechselbaren Aura, aber auch eine Frau von höchster Sensibilität und größtem Ehrgeiz.

Viele ihrer Zitate:

Wie „Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler.“ oder „Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der Sonne zu sein.“, haben, wie alle ihre anderen Texte, längst in die Weltliteratur Einzug gehalten.

 

Im Jahr 1945 erlebte Ingeborg Bachmann gemeinsam mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern Isolde und Heinz den ersten Friedenssommer in Obervellach bei Hermagor. In diesem Sommer gelang es ihr erstmals ihre eigenen poetischen Töne anzuschlagen und die Erschütterung der geschichtlichen Situation zu reflektieren.

Zu dieser Zeit entstand auch das Gedicht

 

Entfremdung

Was soll nun werden?

Vor meinen Augen flieht der Wald,

vor meinen Ohren schließen die Vögel den Mund,

für mich wird keine Wiese zum Bett.

Ich bin satt von der Zeit

Und hungre nach ihr.

Was soll nun werden?

 

Zwei Jahrzehnte später, gingen Fragmente dieser Erfahrung des Kriegsendes, des Friedens, noch in das Buch „Franza“ ein.

Quelle: Der dunkle Glanz der Freiheit (Andrea Stoll) C. Bertelsmann

Interview mit Heinz Bachmann